Wie es im Berufsleben, oder auch aus
anderen Gründen, mal so kommen kann, ist einmal ein
Umzug mit einem Aquarium erforderlich. Dies habe ich nun
4x erfolgreich gemacht und will deshalb hiermit meine Erfahrungen
und Vorgehensweise als Hilfestellung/Anhaltspunkt weitergeben.
Ich rede also nicht über Theorie sondern aus der Praxis.
Wie so oft will ich jedoch auch hier
verdeutlichen, dass es bei mir immer so geklappt hat. Dies
soll und kann nicht bedeuten, dass es auch bei jedem anderen
so klappt.
Meist ist ein Umzug ja eine Entscheidung,
die nicht von heute auf morgen gefällt wird bzw. erforderlich
ist. Man hat also schon die Zeit alles vorzubreiten und
sich Gedanken zu machen. Wie bei allen anderen Vorbereitungen
sollte man sich also rechtzeitig Gedanken machen wie man
das am besten organisiert, was es zu beachten gibt und was
man benötigt. Benötigt einmal vor Ort zum Abtransport
und zum anderen dann natürlich auch an dem neuen Aufstellplatz.
Ich habe z.B. die Gelegenheit immer genutzt auch gleichzeitig
den Bodengrund zu erneuern, neue Schläuche für
die Pumpen zu kaufen um eben wieder ein frisches Aquarium
zu haben. Was den Bodengrund angeht, warum der erneuert
wurde, das könnt ihr in meinem Erfahrungsbericht
nachlesen.
Da ich den Deponitbodendünger
von Dennerle
nutze, wurde der auch immer erneuert. Die längste Zeit
die zwischen Aquarium ausräumen und an neuem Standort
wieder aufstellen lag, waren 48 Std. Wie der Gefrierschrank
wurde das AQ immer als letztes geladen und somit als erstes
auch wieder ausgeladen. Jedoch fehlte verständlicherweise
immer die Zeit um das AQ über Wochen langsam einzufahren.
Mein Favorit dabei war der Bakterienstarter BIOCORYN H3.
Bei meinem ersten Umzug hatte ich das einfach einmal versucht.
Die Meinungen über BIOCORYN H3 waren sehr unterschiedlich.
Aber ich dachte mir, besser dies versuchen als gar nichts
machen. Und genau auf BIOCORYN H3 führe ich es zurück,
dass ich keinen problematischen Nitritpeak hatte und keiner
meiner Fische zu Schaden kam.
Eine weitere Überlegung muss in Richtung der Wasserwerte
gehen. Wie sind die Werte am alten und wie am neuen Standort.
Größere Schwankungen sollte man unbedingt vermeiden.
Ich habe hier im Vorfeld schon telefonisch mich am neuen
Wohnort mit den Fachhändlern dort in Verbindung gesetzt,
wenn es erforderlich war. Ich hatte da nie ein Problem auch
mal 150 - 200 Liter Osmosewasser zu bekommen. Damit konnte
ich das Leitungswasser dann so verschneiden, dass es in
etwa den gleichen Wert hatte wie vorher. Das erhaltene Osmosewasser
habe ich dann dem Händler angeboten innerhalb von 4
Wochen wieder zurückzugeben. Nach dem Umzug konnte
ich ja wieder selber welches herstellen. Dies war jedoch
nie erforderlich.
Ich habe nie Wasser bei einem Umzug mit transportiert.
Ich besorgte mir also rechtzeitig
alles, was ich zum ausräumen des Aquariums, zum Transport
für Fische und Pflanzen und für die "Neueinrichtung"
benötigte. Bei meinem Händler bekam ich die Tüten
für die Fische und Styropor-Transportboxen kostenlos.
Auch ein kleines Plastikbecken bekam ich leihweise.Für
den Tag an dem es dann los ging wurde abgesprochen, dass
ich mit meinen Fischen im Beutel vorbeikomme und er mir
die Beutel mit Sauerstoff füllt. Alles was für
die Neueinrichtung erforderlich war, wurde in einen extra
Karton gepackt, der dann zum Schluss in das leere AQ auf
dem Umzugswagen gestellt wurde.
3
Tage vor dem Umzugstermin |
Die Fische wurden nicht mehr gefüttert.
Jungfische hatte ich keine.
Die Pflanzen wurden entnommen und in einer Wanne mit AQ
- Wasser in Fensternähe aufgestellt.
2
Tage vor dem Umzugstermin |
Die Fische wurden vorsichtig raus
gefangen und in das Plastikbecken mit AQ-Wasser gesetzt.
Dann wurde der Bodengrund raus genommen. Wer den wieder
verwenden will, der sollte sich am besten Mörtelkübel
kaufen. Die sind stabil, da kann man schon gute 50 kg in
einem Kübel transportieren.
Dann reinigte ich das AQ innen mit einer Plastikkarte und
anschließend mit Filterwatte. Die Pumpen liefen an
dem Plastikbecken mit Heizung dann weiter.
Das AQ war damit bereits leer.
1
Tag vor dem Umzugstermin |
Die Pflanzen wurden in Zeitungspapier feucht
verpackt und dann in eine Mülltüte gewickelt.
Das ganze Zubehör, außer Transportbeutel, Gummi
und 2 Fangnetzen wurde verpackt.
Da die Fische schon in dem Plastikbecken
ohne Bodengrund und Pflanzen sind, geht das Verpacken sehr
schnell.
Je großem Transportbeutel kamen ca. 15 - 20 cm Fischlänge
rein. Der Beutel wurde dann zu ca. 25 - 33 % mit AQ-Wasser
gefüllt.und behelfsmäßig verschlossen. Die
Beutel kamen dann in die Styroporbox und ich fuhr zu meinem
Händler der diese dann mit Sauerstoff füllte.
Zusätzlich die Beutel noch in Zeitungspapier eingepackt
kamen die dann in die Box, die ich dann eh im PKW transportierte.
An den Pumpen schloss ich nur die Absperrhähne. Das
Wasser verblieb im Filter.
Wenn der Umzug nicht gerade bei extremen
Temperaturen stattfindet, besteht bei den Vorbereitungen
und der Verpackung kein Anlass zur Beunruhigung. Meine Fische
haben es jedenfalls immer gut überstanden.
Das bei dem Händler an dem neuen
Wohnort bestellt Osmosewasser wurde abgeholt. Das AQ vom
LKW genommen und aufgestellt. Alles eingerichtet und das
Becken mit dem passenden und temperiertem Wasser gefüllt.
Der Bakterienstarter BIOCORYN H3 kam entsprechend der Dosieranleitung
(ich war da immer etwas großzügiger) zum Teil
in Filter und zum Teil der Inhalt aus den Kapseln direkt
in das Wasser.
Ca. 3 Std. begann ich dann die Fische
einzugewöhnen. So, als ob man die neu gekauft hätte.
Also gaaaanz langsam.
Die Beleuchtung kam dann immer erst ein paar Tage später
an die Reihe, da ich ja keine Abdeckung sondern Hängeleuchte
habe.
Ich weiß, dass ich vieles anders
mache als es teilweise propagiert wird. Ich weiß nicht,
auf was die anderen Aussagen aufbauen. Ich jedenfalls rede
von der Praxis und dem, wie ich es oft genug erfolgreich
gemacht habe. Auch wenn es vielleicht Leute gibt, die das
gar nicht verstehen können, da es doch der allgemeinen
"Theorie" widerspricht.
Ich will hier auch nochmals betonen, dass es bei mir immer
so ohne Fischsterben oder sonstige Probleme funktioniert
hat. Dies soll keine Garant dafür sein, dass es immer
und bei jedem auch so funktioniert. Wenn ich einigen hiermit
auch nur mal ein paar Anhaltspunkte geben konnte, eine Möglichkeit
aufgezeigt habe oder auf was aufzeigte an was man selbst
vielleicht nicht gedacht hat, dann meine ich, hat sich die
Mühe schon gelohnt das hier zu schreiben.
Hier
findet ihr das Forum um über das Thema zu diskutieren.
Weitere Details zu meinem Aquarium wie die Entwicklung der
Wasserwerte und Bilder findet ihr über das Site-Menü.
Fragen könnt ihr gerne in meinem Altwasser-Forum
stellen. Natürlich freue ich mich auch über einen
Eintrag in mein Gästebuch.
©
2003 Axel Neufang