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Gastbeitrag
zur Torffilterung von © Rebecca Devaux
(2003)
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Torf ist organisches Material. Es gibt verschieden Torftypen, welche von der Entstehung abhängig sind. Grundsätzlich ist Torf das Material, welches in Hochmooren gebildet wird. Hochmoore haben ihre eigene, ganz typische Funktionsweise. Hochmoore basieren hauptsächlich auf der Eigenschaft der Torfmoose, welche das Wasser im wahrsten Sinne des Wortes versauern.Die Torfmoose leben sehr karg. Sie ernähren sich nur vom Regenwasser und vom Sonnenlicht. Die geringen Mengen an Nährstoffsalzen, welche im Regenwasser vorhanden sind reichen diesen Moosen aus, sich am Leben zu erhalten. Die Moose müssen aber, um aus dem Wasser die notwendigen Salze zu ziehen, Ionen abgeben. Dadurch wird das Wasser sauer. Durch die Entnahme von Salzen im Wasser sinkt zudem die Wasserhärte. Die Wasserwerte im Hochmoor sind bei GH 0, KH 0 und pH um 4 herum. Entsprechend sauer ist auch der Torf. Weiter wichtig für die Entstehung und in der Flora der Hochmoore sind weitere Moosarten, Seggen (Cyperaceae), Binsen (Juncaceae) und ferner Moorbirken (Betula pubescens).

Typisches
Bild eines Hochmoores: Die sauren Eigenschaften des Wassers
vertreiben mit der Zeit sämtliche Bäume und anderen höheren Pflanzen. Übrig bleiben Torfmoosbestände und einige Seggen- sowie Binsenwälder.
Ebenfalls hier zu finden: Preiselbeeren, Heidelbeeren,
Moorbirken.
Torf entsteht aus dem
abgestorbenen Pflanzenmaterial im Hochmoor. Von den sogenannten
Torfmoosen ist nur die oberste Schicht lebendig. Die unteren
sterben ab und bilden somit wieder die Grundlage für die neue Schicht darüber. So wächst das Moor in die Höhe. Durch die sauren und nährstoffarmen Wasserwerte leben keine Mikroorganismen in diesem Torfwasser. Daher können die Pflanzenteile auch nicht völlig verrotten. Sie bleiben bestehen und bilden ein Geflecht, welches wie ein Schwamm wirkt. Dadurch wird Wasser aufgesaugt. Hochmoorwasser eignet sich für die Aquaristik wenn man sich mit Weichwasserfischen beschäftigt. Es ist allerdings nicht zu vergesen, dass Hochmoorwasser mineralarm und ebenso arm an Spurenelementen ist. Entsprechend ist Hochmoorwasser mit Mineralien anzureichern. Dies kann durch verschiedene Massnahmen gemacht werden Torf wurde früher als Brennmaterial gebraucht. Die Hochmoore im Jura und in den Alpen wurden meterweise abgebaut. Torfziegel getrocknet lieferten Energie, da es sich ja um nicht-abgebaute organische Substanz handelt. Getrocknet ist Torf ein äusserst
leichtes Material.
In der Aquaristik wird Torf verwendet - was bewirkt dieser? |
Torf enthält
Huminstoffe bzw Huminsäure. Dies sind Stoffe, welche
in der Hauptsache aus folgenden Elementen bestehen: Kohlenstoff(C),
Wasserstoff(H), Sauerstoff(O), Stickstoff(N) und in sehr
geringen Mengen Schwefel(S) und Phosphor (P). Huminsäure
ist für das Wasserklima wichtig. Humin findet sich
nämlich nicht nur in Torf, sondern auch in Sedimentschichten
(auf dem Grund von Gewässern) und in Humus. Demzufolge
sind nahezu alle Gewässer mit Huminsäuren angereichert.
Die Eigenschaften, die der Torf mit sich bringt überträgt
er bis zu einem gewissen Zeitpunkt auf das Wasser, welchem
er zugesetzt wird. Das heisst:
- Torf senkt den pH - Wert im Aquarium herunter
- Torf senkt ein wenig die Gesamthärte (GH)
im Aquarium
- Torf reichert das Wasser mit Huminsäure, Gerbstoffen
und auch Spurenelementen an.
- Torf ist in den meisten Fällen förderlich für
das Pflanzenwachstum, da in der Huminsäure wesentliche
Stoffe hierfür vorhanden sind
- Die im Torf vorhandene Huminsäure soll die Laichstimmung
bei Fischen erheblich anregen (kann ich bestätigen)
Der Einatz von Torf ist nur dann sinnvoll, wenn er regelmässig
gewechselt wird (er laugt aus). Das Auswechseln sollte
alle zwei bis vier Wochen stattfinden, je nach Torfherkunft
und Qualität.Es gibt diverse Präparate mit unterschiedlicher
Wirksamkeit.
Zuerst einmal gibt es in der Torf-Produktepallete sogenannte Torfextrakte, welche man dem Becken zufügen kann. Bis anhin habe ich persönlich nur einmal jemanden beobachtet, der ein Torfextrakt ins Becken gab. Die Folge davon waren Algen. Ich kann hier jedoch nicht sicher sagen, ob die Algenbildung von diesem Torfextrakt herrührte, oder ob auch noch andere Faktorn (was durchaus möglich ist) mitgespielt haben. Nachfragen bei Anwendern haben ergeben, dass diese Extrakte keineswegs den Zweck und die Wirkung von echtem Torf erfüllen respektive erreichen können.
Weiter gibt es Torfgranulat. Es gibt reinen Schwarztorf aber auch Torf, welcher mit Huminsäure angereichert ist. Torfgranulat ist einfach zu handhaben, gibt seine Substanz (laut den Herstellern) nach und nach ab und hält somit etwas länger als andere Torfprodukte, insbesondere unbearbeiteter Hochmoortorf. Für den Anfang mit Torf ist normales Schwarztorfgranulat sicherlich zu empfehlen. Es ist nicht gefährlich für die Wasserwerte und ist auch in jeder Zoohandlung mit Aquaristikabteilung zu finden.
Torffasern sind die organischen Pflanzenfasern, welche im Torf enthalten sind. Sie färben das Wasser stark und wirken gegen hohe pH- und GH-Werte. Allerdings ist die Wirkung der im Handel angebotenen Produkte meistens nicht so hoch wie erwünscht, da schlicht und einfach die eingesetzte Menge im Verhältnis zum Beckenvolumen zu gering ist.
unbearbeiteter Hochmoortorf |
Die billigste Variante für diejenigen, die sich für den Einsatz von Torf entscheiden ist, sich in einem Gartenzenter, einer Landi oder bei einem Gärtner reinen, ungedüngten Hochmoortorf zu besorgen. Hier erhält man einen Ballen Torf (50l-Sack) für dasselbe Geld, welches man für eineinhalb Liter Torf im Fachhandel ausgibt.

ungedüngter Hochmoortorf aus der Landi. Trockener Zustand.
Eigene Erfahrungen des Autors mit Torf |
Ich habe verschiedene Versuche gemacht mit unterschiedlichen Torfprodukten. Angefangen hab ich vor ca 13 Jahren einmal mit dem Schwartorfgranulat von Sera - welches mir an und für sich zusagte. Ich verwendete dieses Produkt für die Ansäuerung eines 240l-Beckens. An den Wasserwerten konnte ich nichts wesentliches feststellen. Gefallen hat mir jedoch die schöne Farbe des Wassers (ganz leicht bronzefarben - aber kaum bemerkbar) sowie der äusserst gesunde und keche Zustand der Fische und Pflanzen. Später bin ich für einige 300l Becken. welche ich damals hatte, auf Superhumin von Sera umgestiegen. Dieses Produkt färbt das Wasser extrem rot und trübt auch ein wenig. Superhumin alleine besagt ja schon, was mit diesem Torf gemacht wurde: Er wurde mit Humin angereichert. Ein Pack Superhumin reichte für ein 300l Becken gerade und beeinflusste auch den pH - Wert ein wenig. Ebenso ging die GH um 1-2 Grad runter. Der Nachteil war aber eben das wirklich rote Wasser (wie Hochmoorwasser eben so ist). Mit der Zeit wurde mir das Material zu teuer. Ich sah mich mit meinem mageren Taschengeld gezwungen auf eine Alternative umzusteigen. Der Lichtblick war eben Torf aus dem Gartenzenter (ich habe meinen aus der Landi). Bedingungen: Er musste ungedüngt sein und billig. Dies war er dann auch. Soweit ich mich recht entsinne habe ich für einen 60l-Ballen 7.- SFr bezahlt (1993). Anschliessend an den Kauf begannen die "Untersuchungen" dieses Materials. Ich habe verschiedene Mengen getestet und interessantes festgestellt. Mit diesem Torf kriege ich die Wasserwerte im Becken weit genug runter, um Weichwasserfische zu halten. Dies jedoch ist nicht ganz ungefährlich. Mit diesem unbearbeiteten Torf ist nämlich eine Gefahr verbunden: Der pH-Wert kann bis auf 4.0 sinken. Dies ist denn doch ein wenig zu tief. Ich habe anfangs den Innenfilter mit einem Volumen von ca 30l Wasser bis oben hin gefüllt mit diesem Torf (auf ein 540l Becken diesmal). Der pH-Wert landete bei 5.2 - doch ein wenig zu tief. Mit der Zeit hätte ich dann das richtige Verhältnis herausgefunden gehabt (diese Versuche wurden ohne Fische gemacht). Der Innenfilter nahm mir dann aber zuviel Platz im Becken weg und ich entsorgte ihn. Ich habe bei längerem Gebrauch desselben Torfes (also nicht ausgewechselt) eine leichte Algenbildung festgestellt. Anscheinend kehrt sich die positive Wirkung ins negative, wenn die Torfmedien ausgelaugt sind. Ganz extreme Algenbildung (Blaualgen) hatte ich einmal in einem Aquarium als ich noch in die Schule ging. Damals ist es irgendjemandem eingefallen, Schwarztorfgranulat direkt ins Becken zu schütten. Das Granulat saugte sich voll und sank auf den Grund. Erst passierte gar nichts. Das erste Problem war die Beckenreinigung, dauernd verstopften diese Schwarztorfkörner den Absauger. Nach etwa zwei Wochen bemerkte ich dann, dass sich auf diesen Granulatteppichen Algen bildeten - Blaualgen. Nirgendwo sonst im Becken - nur auf diesen Granulatteilchen. Wir brauchten ca 4 Wochen bis wir diese Algen einigermassen entfernt hatten. Mit der fleissigen Hilfe einer Schulfreundin verbrachte ich Stunden meiner Freizeit dort und bastelte am AQ (300l) herum bis wieder in Ordnung war. Heute filtere ich jedes Becken mit etwas Torf.
Torf kann man sowohl in einem Säckchen
ins Becken (in die Strömung des Filters) hängen aber auch
direkt in einen Strumpf füllen und in den *Filter damit.
Bei Granulat ist das Problem des Durchflusses im Filter
vernachlässigbar. Bei Hochmoortorf, welcher unebarbeitet
ist, sollte man aber aufpassen. Er verklumpt nämlich.
Damit er gut funktioniert muss man etwas grobes und hartes
beimischen (bsp Kies) oder man bestückt den Filter geschickt
so, dass man mit Filterwatte Zwischenräume schafft, die
gut durchströmt werden und somit der Filter nicht an Durchfluss
verliert durch das Verklumpen. Sinnlos ist das gleichzeitige
Einsetzen von Kohle. Es ist nämlich dann so, dass die
kleinen Torfpartikel (die ohnehin dann im Wasser sind)
die Poren der Aktivkohle sehr schnell verstopfen und somit
untauglich machen.
Torf wird im trockenen Zustand erworben. Wird er nass, dehnt er sich aus (um etwa das anderthalbfache). Beim Einfüllen von Torf in den Filter also die Ausdehnung bedenken. Füllt man zum Beispiel ein Netz randvoll mit Granulat, dann sprengt der Torf den Stoff auf, wenn er sich ausdehnt (gibt eine ziemliche Sauerei..).
Hochmoore in der Schweiz sind geschützt - es darf kein Torf gestochen werden. Davon merkt man aber im Angebot an Torfsorten und Produkten nichts. Der meiste angebotene Torf stammt aus den osteuropäischen Ländern. Mit dem Torfabbau wird ein Ökosystem zerstört, welches in sich einzigartig ist. Torf wächst extrem langsam. Ein Hochmoor hebt sich lediglich um einen Milimeter pro Jahr.
© 2003
Rebecca Devaux
Quelle
* Anmerkung
von mir - Ich würde den Torf nicht in den Filter setzen.
Ideal finde ich es, wenn man das Wechselwasser mit Torf
aufbereitet. Somit kann keine unkontrollierte Ansäuerung
erfolgen.
Hier
findet ihr das Forum um über das Thema zu diskutieren.
Weitere Details zu meinem Aquarium wie die Entwicklung
der Wasserwerte und Bilder findet ihr über das Site-Menü.
Fragen könnt ihr gerne in meinem
Altwasser-Forum
stellen. Natürlich freue ich mich auch über einen
Eintrag in mein Gästebuch.
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