Ich betreibe seit ca. 13 Jahren das Hobby
der Aquaristik. Angefangen habe ich damals mit einem 80x30x30er
Becken. Keine Ahnung von der Materie und Wissen nur aus einigen
Büchern und Gesprächen mit den "Fachhändlern".
Das Internet kannte ich nicht. Für
den Zugang hätte mir damals auch nur ein C64 mit einem
300 Baud - Modem zur Verfügung gestanden. Somit konnte
ein Informationsaustausch wie man diesen heute kennt auch mangels
fehlender Voraussetzungen nicht stattfinden.
Rückblickend betrachtet finde ich
die Zeit und insbesondere die damals gesammelten Erfahrungen
für mich nicht schlecht. Man war eben irgendwo ein wenig
gezwungen selbst auszuloten wo die Grenzen zwischen Theorie
und Praxis liegen. Dies hatte den Vorteil, dass man aus seinem
Aquarium das vermeintlich Optimale herausholen kann. Alles was
man probiert hat, entsprang den eignen Ideen und Gedanken.
Das 80x80x30er AQ wurde damals mit 8 mm
Kies, darunter einer Bodenheizung und einer Standardabdeckung
betrieben. Als Filter kam noch ein Eheim 2011, der übrigens
auch heute noch an meinem AQ läuft, zum Einsatz. Wasserwechsel
führte ich wöchentlich mit 30% durch. Das Becken wurde
zu 50% bepflanzt. Nun, was soll ich sagen - sehr erfolgreich
war der erste Schritt nicht. Von Pflanzenwachstum war keine
Rede - im Gegenteil, mehr vom Pflanzensterben.
Austausch
gegen ein größeres Becken |
Dann hörte ich, dass ein größeres
AQ wesentlich einfacher zu handeln ist und auch weniger Arbeit
macht als ein Kleines. Also wurde gespart und nach 2 Jahren
kaufte ich mir ein AQ 98 x 50 x 57. Das Sondermaß resultierte
aus dem Unterschrank den ich mir passend zu Wohnzimmerschrank
bestellt hatte.
Das
Problem mit der Beleuchtung |
Natürlich fehlte auch noch eine passende
Abdeckung dazu. Aus Kostengründen war da an eine Sonderanfertigung
nicht zu denken. Also begann die Planung zu einem Eigenbau.
Neben der Funktionalität sollte das ganze auch noch dem
in Eiche Rustikal ausgestatten Wohnzimmer angepasst sein. Ich
muss sagen, die Abdeckung war mir in Funktion und Gestaltung
damals gut gelungen. Eingebaut hatte ich 4 x 90 cm Röhren.
Dann zeigte sich aber schnell, dass die ebenfalls in der Abdeckung
integrierten Vorschaltgeräte eine unwahrscheinliche Hitze
entwickelten. Dies übertrug sich natürlich auch auf
das Wasser im AQ. Zwei nachträglich eingebrachte große
Lüftungsöffnungen erwiesen sich auch nicht als der
Weisheit letzter Schluss. Selbst ein 100er Ventilator vermag
nicht die Temperatur in der Abdeckung unter 40 Grad zu drücken.
Also baute ich die Abdeckung erneut um. Die Vorschaltgeräte
kamen aus der Abdeckung raus und wurden extern hinter den Unterschrank
montiert. Erst damit war ich dann zufrieden. Die Temperatur
in der Abdeckung ging dann, je nach Raumtemperatur, auf 25-30
Grad zurück.
Finden
des passenden Bodengrundes |
Das neue Becken bekam dann einen 5mm Bodengrund
unter dem ebenfalls eine Bodenheizung eingesetzt wurde und einen
zusätzliche Eheim Außenfilter. Oh man, ich hatte
mir damals noch eine komplette Unterwasserlandschaft bestellt.
Ihr könnt euch vorstellen, was das gekostet hat.
Jedenfalls ging es den Pfanzen in soweit besser, dass sich diese
nicht immer gleich auflösten. Aber von einem gesunden Pflanzenwachstum
war ich noch weit entfernt. Dass ich alles möglich an Pflanzendünger
ausprobiert habe, muss ich wohl nicht extra erwähnen.
Nach ein paar Monaten nahm ich den Bodengrund wieder raus und
entfernte die Bodenheizung. Das Resultat war, das es den Pflanzen
wieder schlechter ging. Einige Monate später, als keine
Besserung eintrat, begann das Spiel erneut. Wieder Bodengrund
raus, Bodenheizung wieder rein und jetzt auch einen den Bodendünger
von Dennerle eingefüllt. Dann mein 5er Kies wieder drauf
und Pflanzen eingesetzt. Endlich. Die Pflanzen dankten es mir
mit einem schönen Wachstum. Ich war zufrieden. Als dann
nach einer gewissen Zeit die Pflanzen so schön wuchsen
und immer wieder gegen die Abdeckscheibe drückten, kam
die Idee das AQ doch offen zu betreiben, damit die Pflanzen
auch herauswachsen können - wenn sie es doch so wollen,
warum nicht.
Die
Umstellung auf ein offenes Aquarium |
Also kaufte ich mir 3 HQL - Leuchten mit
jeweils 80 Watt. Nach einer kurzen Zeit in der ich schon wieder
Angst hatte das würde nicht gut gehen, da die Pflanzen
die Umstellungen mit sofortiger Einstellung ihres Wuchses quittierten,
zeigte sich aber, wieder ein guter Wuchs.
Der
Schritt zum Altwasser - Aquarium |
Dann reizte es mich, mich dem Thema Altwasser
zu widmen. Über Monate hinweg reduzierte ich langsam immer
mehr den Wasserwechsel. Die wenigen Wasserwerte wie Nitrit,
Nitrat, PH, GH, KH habe ich täglich gemessen. Zum damaligen
Zeitraum kannte ich keine Osmose und hatte eine Vollentsalzeranlage.
So zwei Säulen mit Harzen. Daraus mischte ich mir dann
das Wasser welches wegen der Verdunstung nachgefüllt werden
musste. Es gab 3 Pflanzen, denen bekam das Altwasser nicht.
Aber fragt mich heute nicht mehr, welche das waren.
Ich hatte damit eine Konstellation für
mein AQ gefunden, mit der ich sehr zufrieden war. Deshalb habe
ich da auch über Jahre nichts mehr geändert. Lediglich
die HQL-Leuchten habe ich mind. 1x im Jahr erneuert. Wann der
Bodendünger erschöpft war, das sagten mir meine Pflanzen,
meist so nach ca. 3 Jahren. Dann war es eh an der Zeit den Bodengrund
auszuwaschen, da durch die grobe Körnung natürlich
viel Mulm in die Zwischenräume viel.
(Fast)
alles neu im Jahre 2002 |
Dann, im Jahre 2002, kaufte ich mir aus
Gründen der Sicherheit ein neues AQ. Das alte Becken war
geschätzte 10 - 12 Jahre alt.
Und
wieder die Beleuchtungsfrage |
Gleichzeitig dachte ich dann über
die Beleuchtung nach. Mit den HQL Leuchten das war schon eine
teure Sache. Zum einen im Stromverbrauch und zum anderen auch
der jährliche Wechsel der Leuchtkörper.
Meine Überlegung ging in Richtung
HQI oder T5 Leuchten. Zum Glück hatte ich jetzt das Internet
mit der ganzen Bandbreite an Informationen zur Verfügung.
Wie bei vielem, gab es auch hier unterschiedliche Auffassungen.
Letztendlich habe ich mich dann für die T5-Leuchte entschieden.
Meine Überlegungen gingen dahin, dass ich eine gleichmäßige
Ausleuchtung mit einem Optimum an Beleuchtung und einem Minimum
an Stromkosten ereichen will. Auf den "Ringeleffekt"
der HQI habe ich dabei dann gerne verzichtet. Letztendlich wäre
nach eine Lösung vorstellbar gewesen, die beider Varianten
kombiniert. Also sowohl die Röhren für die gleichmäßige
Ausleuchtung als auch die HQI für den Effekt. Aber das
lag preislich außerhalb dessen was ich als gerechtfertig
ansehe. Meine Entscheidung zu der T5 Hängeleuchte habe
ich auch bis heute noch nicht bereut. Einzig, dass ich anstelle
der 4 * 39 Watt vielleicht 6x 39 Watt hätte kaufen sollen.
Der
Bodengrund im neuen Becken |
Mit den Informationen aus dem I-Net entschied
ich mich dann auch für neuen Kies. Hier dann einen Bodenaufbau
in Schichten. Zuerst wurde die Bodenheizung mit groben 5 - 8
er Kies abgedeckt. Dann kam der immer genutzte gute Bodendünger
von Dennerle mit einer Schichthöhe von 1- 2 cm zum Einsatz.
Dann ca. 3cm 3er und danach 2cm 2er Kies. Nicht, dass es einen
Nachteil hätte, aber nach heutigem Stand würde ich
auch anstelle des 3er Kies den 2er nehmen.
Weiterhin legte ich mir eine neue Pumpe
Eheim 2026 prof. II zu. Hier habe ich den Vorteil, dass ich
diese gut zu drosseln ist und Reserven hat.
Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem
AQ. Die Fische fühlen sich scheinbar wohl, die Pflanzen
wachsen gut und die Wasserwerte sind stabil.
Hier
findet ihr das Forum um über das Thema zu diskutieren.
Weitere Details zu meinem Aquarium wie die Entwicklung der
Wasserwerte und Bilder findet ihr über das Site-Menü.
Fragen könnt ihr gerne in meinem Altwasser-Forum
stellen. Natürlich freue ich mich auch über einen
Eintrag in mein Gästebuch.
©
2003 Axel Neufang