Sinn oder Unsinn von Bodenfluter(heizung)? bei Altwasser-Aquarium mit Forum, Wasserwerten, Technik, Beschreibungen
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Gastbeitrag zur Bodenfluter(heizung) von © Bernd Kaufmann (2003)

 
Die Idee

Die Idee der Bodenfluter(heizung) ist etwas mehr als 30 Jahre alt. Damals hat man erkannt, dass Wasserpflanzen im Bereich so genannter Sickerquellen besonders üppig, und an Stellen ohne Sickerquellen, aber im "gleichen" Wasser, kaum wachsen. Das Sickerwasser ist nährstoffreich, enthält in der Regel viel CO2 und wenig bis gar keinen Sauerstoff.

Die ersten Versuche im Aquarium

Da im Aquarium nun einmal keine natürliche Sickerquelle vorhanden ist (die meisten Aquarien haben eine Bodenscheibe <bg>), suchte man nach einer Möglichkeit, Nährstoffe im Bodengrund unterzubringen und möglichst kontinuierlich ans Wasser abzugeben. Die ersten Versuche führten zur Entwicklung einer Heizmatte, die unter das Aquarium gelegt wurde. Neben enormen technischen Schwierigkeiten in Form von geplatzten Bodenscheiben durch Spannungen im Glas und verschmorten Unterschränken, erkannte man sehr bald, dass die Hitzeentwicklung viel zu groß war. Deshalb empfahl man gröberen Kies, um die Hitze schneller abzuleiten und machte dadurch die erhofften Vorteile zunichte. Der nächste Schritt waren Versuche mit Bodenfiltersystemen. Auch die scheiterten kläglich, weil der Wassertransport viel zu schnell vonstatten ging und die Nährstoffe bereits im Boden oxidiert wurden.

Die weitere Entwicklung

Diese Rückschläge führten zur Entwicklung der heutigen Bodenfluter. Auch hier gab es zu Anfang unterschiedliche Ansätze: Starke Bodenheizungen, die die gesamte Wassermenge heizten, dabei aber auch zu große Hitze im Boden erzeugten und viel zu viel Wasser durchschleusten (fast gleiche Nachteile wie Heizmatten unter dem Aquarium), und das System von Dennerle, mit Bodenfluterkabeln, die bewusst nur geringe Heizleistung hatten und haben.

Sinn oder Unsinn?

Nur entsprechend schwache Bodenfluterkabel können praktisch ohne Unterbrechung durchlaufen. Dadurch kann man die notwendige langsame und ständige Durchsickerung erreichen. Weil dabei kein Hitzestau entsteht, kann man einen natürlichen, feinkörnigen Bodengrundaufbau verwirklichen, wie er in der Natur an Pflanzenstandorten vorhanden ist. Trotzdem können dabei die Nährstoffe aus dem eingebrachten Langzeit-Mineralbodengrund (Deponit Mix) transportiert werden. Der Nährstoffhaushalt in einem mit schwachem Bodenfluter ausgestatteten Aquarium ist nachweisbar besser als in einem Aquarium ohne Bodenfluter.

Weitere Vorteile

Dies ist aber nicht der einzige Vorteil. Durch die geringe Heizleistung kann mehr oder weniger ständig sanft durchströmt und damit ohne Unterbrechung ganz einfach langsam gefiltert werden. Die so geschaffene Langsamfilterung wirkt reduzierend, es können ausgefallene Nährstoffe wieder in Lösung gehen und sogar Nitrat wird durch Denitrifikation in den tieferen Bodenschichten entfernt.

Gibt es Nachteile?

Nachteile eines Bodenfluters mit geringer Heizleistung wurden mir weder in der eigenen Aquarienpraxis, noch während meiner rund 20jährigen Beratungstätigkeit durch Andere bekannt, außer, wenn diese zu stark waren. Heiß darf es selbstverständlich im Bodengrund nicht werden, da sonst die nützlichen Bakterien absterben und die Pflanzenwurzeln Schaden nehmen.

Fazit

Dass es auch positive Erfahrungen ohne Bodenfluter gibt, spricht aber doch nicht automatisch gegen sie, oder? Es spricht nicht gegen eine gute Kamera, dass man eine Landschaft auch schön malen kann. Gerade weil Dennerle ein komplettes System aus mehreren Komponenten anbietet, ist es natürlich schwer, einen Teil herauszupicken und unumstößliche "Beweise" für seine Wirksamkeit darzustellen. Das mag mit CO2 funktionieren und beim Dünger, aber kaum bei Komponenten, die so vielfältige Auswirkungen haben. Meine Erfahrungen mit SCHWACHEN Bodenflutern sind durchweg positiv. Negative kenne ich als Berater ausschließlich bei viel zu starken Bodenflutern.

© 2003 Bernd Kaufmann
Quelle

Diskussionen

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